Greifen Sie in Ihr Badezimmerregal, nehmen Sie eine beliebige Feuchtigkeitscreme zur Hand und werfen Sie einen Blick auf die Inhaltsstoffliste. Mit ziemlicher Sicherheit werden Sie dort Vitamin E finden. Es ist einer der am häufigsten verwendeten Hautpflege-Wirkstoffe weltweit — und zugleich einer der am stärksten unterdosierten. Die überwiegende Mehrheit der handelsüblichen Cremes enthält Vitamin E in Konzentrationen zwischen 0,5 und 2 %: genug für das Etikett, aber bei Weitem nicht genug für die Wirkung, die durch jahrzehntelange Forschung belegt ist. Eine Studie von Thiele et al. aus dem Jahr 1998 zeigte, dass eine einzige suberythemale UV-Dosis bis zu 50 % des Vitamin E im Stratum corneum abbaut — der äußersten Schicht Ihrer Haut. Wenn Ihre Creme nur einen Bruchteil dessen ersetzt, was die Sonne an einem einzigen Nachmittag zerstört, entsteht ein Defizit, das sich Tag für Tag summiert. Irgendwann wird der Schaden als Trockenheit, feine Linien und geschwächte Hautbarriere sichtbar. Dieser Artikel erklärt, was Vitamin E für die Haut tatsächlich leistet, warum die Konzentration entscheidender ist als die bloße Anwesenheit und wie Sie sicherstellen, dass das Vitamin E in Ihrer Pflegeroutine seine Wirkung voll entfaltet, statt nur einen Platz auf dem Etikett zu füllen.
Das Wichtigste in Kürze
- UV-Strahlung baut 50 % des hauteigenen Vitamin E ab — selbst ohne sichtbaren Sonnenbrand (Thiele et al., 1998). Eine tägliche topische Zufuhr ist deshalb für eine intakte Hautbarriere unerlässlich.
- Die Kombination von Vitamin E mit Ferulasäure verdoppelt den Lichtschutz — von 4-fach auf 8-fach, wie eine wegweisende Studie von Lin et al. (2005) belegte.
- Tocopherylacetat, die häufigste Form in Cremes, verhindert KEINE Photokarzinogenese — nur freies Tocopherol (Alpha-Tocopherol) ist die biologisch aktive Form, die die Lipide der Hautbarriere schützt.
- 5 % ist die wirksame Schwelle und zugleich die gängige Obergrenze für frei verkäufliche Produkte. Ab dieser Konzentration weisen Studien messbare Verbesserungen bei Feuchtigkeit, TEWL-Reduktion und antioxidativem Schutz nach.
- Ethylferulat sorgt für eine zeitverzögerte Freisetzung — nur 25 % in 8 Stunden im Vergleich zu 80 % bei reiner Ferulasäure. So wird der antioxidative Schutz über Tag und Nacht verlängert.
Was Vitamin E in Ihrer Haut tatsächlich bewirkt
Vitamin E ist kein einzelnes Molekül. Es ist eine Familie von acht strukturell verwandten Verbindungen — vier Tocopherole und vier Tocotrienole — mit jeweils unterschiedlichen biologischen Eigenschaften. Für die Hautgesundheit ist Alpha-Tocopherol die relevanteste Form. Es ist das vorherrschende Vitamin E im Stratum corneum und erfüllt eine so grundlegende Funktion, dass die Haut ohne es rasch an Widerstandskraft verlieren würde: Es schützt Lipide vor Oxidation.
Das Stratum corneum — Ihre Hautbarriere — ist wie eine Ziegelmauer aufgebaut. Die Korneozyten (abgestorbene Hautzellen) bilden die Ziegel, eine Lipidmatrix aus Ceramiden, Cholesterin und Fettsäuren den Mörtel. Diese Matrix muss strukturell intakt bleiben, damit die Barriere Feuchtigkeitsverlust verhindert und Reizstoffe abwehrt. Unter dem Einfluss von UV-Strahlung, Schadstoffen oder normalen Stoffwechselprodukten (reaktiven Sauerstoffspezies) oxidieren die ungesättigten Fettsäuren in den Lipiden. Oxidierte Lipide können nicht mehr die dichten, geordneten lamellaren Schichten bilden, die eine gesunde Barriere auszeichnen. Das Ergebnis: ein erhöhter transepidermaler Wasserverlust (TEWL), Trockenheit, Rauheit und eine gesteigerte Empfindlichkeit.
Alpha-Tocopherol fängt freie Radikale ab, bevor diese die Barrierelipide angreifen können: Es gibt ein Wasserstoffatom ab, neutralisiert das Radikal und unterbricht so die schädliche Kettenreaktion. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes der hauteigene Schutzschild gegen oxidative Schäden. Doch dieser Schutzschild hat eine begrenzte Kapazität, und UV-Exposition leert seine Reserven erschreckend schnell. Genau deshalb sind Produkte mit einer klinisch relevanten Konzentration — wie die AtopCare Regenerative Vitamin-E-Salbe mit 5 % Alpha-Tocopherol — messbar wirksamer als herkömmliche Cremes mit nur symbolischen Mengen.
Die Thiele-Studie — warum Ihre Haut jeden Tag Vitamin E verliert
1998 veröffentlichten Jens Thiele und Kollegen an der University of California eine Forschungsarbeit, die unser Verständnis von Vitamin E in der Haut grundlegend veränderte. Sie setzten menschliches Stratum corneum UV-Strahlung in suberythemalen Dosen aus — also unterhalb der Schwelle, ab der eine sichtbare Rötung entsteht — und maßen den Vitamin-E-Gehalt vor und nach der Bestrahlung. Das Ergebnis war alarmierend: Eine einzige Bestrahlung baute bis zu 50 % des vorhandenen Vitamin E in den äußersten Hautschichten ab.
Die Konsequenzen sind weitreichend. Man muss sich keinen Sonnenbrand zuziehen, um die Hälfte der wichtigsten antioxidativen Abwehr der Haut zu verlieren. Ein Spaziergang im Park an einem bewölkten Tag, eine Autofahrt, bei der UV-Strahlung durch die Windschutzscheibe dringt, oder eine Stunde beiläufige Sonnenexposition auf dem Weg zur Arbeit — all das kann den Vitamin-E-Spiegel erheblich senken. Ist das Vitamin E erst einmal aufgebraucht, kann die Haut ihre Vorräte aus dem Blutkreislauf nicht schnell genug auffüllen, um mit den täglichen Verlusten Schritt zu halten. So entsteht ein chronisches Defizit, das sich über Wochen und Monate aufbaut und die Lipidbarriere schleichend schwächt.
Das ist das zentrale Argument für die topische Anwendung von Vitamin E: Die Haut benötigt eine Zufuhr von außen, um einen ausreichenden antioxidativen Schutz aufrechtzuerhalten. Vitamin E aus der Nahrung gelangt zwar über die Talgdrüsen zur Haut, doch die zugeführte Menge reicht bei den meisten Menschen nicht aus, um den UV-bedingten Abbau auszugleichen — zumal die Talgproduktion mit dem Alter nachlässt.
Nicht jedes Vitamin E ist gleich — Tocopherol vs. Tocopherylacetat
An dieser Stelle nimmt die Geschichte des Vitamin E eine entscheidende Wendung. Die häufigste Form von Vitamin E in handelsüblichen Hautpflegeprodukten ist Tocopherylacetat — ein verestertes Derivat, das chemisch stabiler ist und eine längere Haltbarkeit aufweist als reines Tocopherol. Diese Stabilität ist für die Produktformulierung vorteilhaft, geht jedoch auf Kosten der Wirksamkeit: Tocopherylacetat ist biologisch inaktiv, bis es durch Enzyme (Esterasen) in der Haut zu freiem Tocopherol umgewandelt wird. Diese Umwandlung verläuft langsam und unvollständig. Entscheidend ist jedoch: Die Forschung hat gezeigt, dass Tocopherylacetat die UV-induzierte Photokarzinogenese in Tiermodellen NICHT verhindert, reines Tocopherol hingegen schon.
Diese Unterscheidung ist für jeden relevant, der ein Vitamin-E-Produkt zum Schutz seiner Haut auswählt. Eine Creme mit 1 % „Tocopherylacetat" ist nicht gleichwertig mit einer Creme, die 1 % „Tocopherol" enthält. Die reine Form ist sofort aktiv; die Esterform erfordert eine enzymatische Umwandlung, die im Stratum corneum möglicherweise nie klinisch relevante Konzentrationen erreicht. Wenn Sie Produkte auf ihre tatsächliche Vitamin-E-Wirkung prüfen, achten Sie auf Tocopherol (oder D-Alpha-Tocopherol) statt auf Tocopherylacetat.
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Warum die Konzentration über die Wirksamkeit entscheidet — das Problem mit Vitamin E in den meisten Cremes
Die Kosmetikindustrie lebt vom Prinzip, dass die bloße Erwähnung eines Inhaltsstoffs sich fast so gut verkauft wie eine aussagekräftige Dosierung. Vitamin E ist dafür ein Paradebeispiel. Die Standardkonzentration in handelsüblichen Feuchtigkeitscremes liegt zwischen 0,5 und 2 %. In diesem Bereich dient Vitamin E vor allem als Antioxidans für die Formulierung — es schützt das Produkt vor dem Verderb, nicht aber Ihre Haut nach dem Auftragen. Zwischen einem Inhaltsstoff, der eine Creme stabilisiert, und einem, der Ihrer Haut einen klinischen Nutzen bietet, liegt ein gewaltiger Unterschied.
Die Forschung zeigt durchgehend, dass topisches Vitamin E erst bei höheren Konzentrationen seine Wirkung für die Haut entfaltet. Bei 5 % — einer gängigen Obergrenze für frei verkäufliche Produkte — belegen Studien messbare Reduktionen des TEWL, eine verbesserte Hydratation des Stratum corneum und eine deutlich erhöhte antioxidative Kapazität. Das ist die Schwelle, ab der Vitamin E von einem Marketing-Inhaltsstoff zu einem funktionalen Wirkstoff wird. Darunter tragen Sie im Grunde ein Produkt auf, das genug Vitamin E enthält, um den Nutzen zu behaupten, aber zu wenig, um die versprochene Wirkung zu erzielen.
Warum also begnügen sich die meisten Marken mit 1–2 %? Die Kosten sind ein Faktor — hochwertiges Alpha-Tocopherol ist teuer. Die Formulierung ist ein weiterer — 5 % Vitamin E erfordern eine sorgfältige Stabilisierung, damit es nicht schon im Tiegel oxidiert, bevor es Ihr Gesicht erreicht. Und, offen gesagt, begünstigen Marketing-Anreize vage Werbeaussagen gegenüber konkreten Konzentrationsangaben. Ein Produkt, das mit „angereichert mit Vitamin E" bei 0,5 % wirbt, klingt im Regal genauso wie eines mit 5 % — trotz des gewaltigen Unterschieds in der potenziellen Wirksamkeit.
Die Lin-Studie — Ferulasäure als Wirkverstärker für Vitamin E
2005 veröffentlichte ein Team um Jing-Yi Lin von der Duke University eine Studie im Journal of Investigative Dermatology, die die Forschung zu topischen Antioxidantien nachhaltig prägte. Die Forscher kombinierten eine Lösung mit Vitamin C und E mit Ferulasäure — einem pflanzlichen Polyphenol, das in Getreide, Obst und Gemüse vorkommt. Das Ergebnis: Der Lichtschutz der Vitamine verdoppelte sich von 4-fach auf 8-fach. Damit wurde der Schutz vor Sonnenschäden, den Vitamin C und E allein boten, nochmals drastisch erhöht.
Dieses Ergebnis hat unmittelbare Relevanz für die Vitamin-E-Hautpflege. Vitamin E schützt die Lipide der Hautbarriere vor Oxidation. Ferulasäure wiederum stabilisiert das Vitamin E und verlangsamt dessen Abbau, sodass es länger aktiv bleibt. Zusammen bilden sie ein synergistisches antioxidatives Netzwerk, das deutlich wirksamer ist als jeder der Wirkstoffe für sich genommen. Für Sie als Verbraucher bedeutet das: Ein Produkt, das Vitamin E plus Ferulasäure enthält, bietet einen erheblich besseren Schutz als ein Produkt nur mit Vitamin E.
Ethylferulat — der Vorteil der kontrollierten Freisetzung
Reine Ferulasäure ist wirksam, aber instabil. Sie oxidiert schnell und setzt ihren Wirkstoff auf einmal frei — rund 80 % innerhalb von 8 Stunden. Der antioxidative Schub einer morgendlichen Anwendung ist am frühen Nachmittag also bereits weitgehend erschöpft. Ethylferulat, eine stabilere Esterform, verändert diese Dynamik grundlegend. Es setzt nur etwa 25 % seiner aktiven Verbindung in 8 Stunden frei und sorgt so für eine anhaltende, gleichmäßige antioxidative Versorgung über den ganzen Tag bis in die Nacht. Wer ein Produkt zweimal täglich anwendet (morgens und abends), profitiert davon, dass der antioxidative Schutz zwischen den Anwendungen nie auf null sinkt — ein spürbarer Vorteil für eine lückenlose Verteidigung der Hautbarriere.

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Produkt anzeigenVitamin E und die Hautbarriere — warum Hydratation auf antioxidativen Schutz folgt
Es gibt eine logische Kette, die Vitamin E mit sichtbarer Hautfeuchtigkeit verbindet. Wer sie versteht, erkennt, warum ein Produkt mit 5 % Vitamin E einer konventionellen Feuchtigkeitscreme mit Hyaluronsäure oder Glycerin allein überlegen sein kann.
Die Kette funktioniert so: UV-Strahlung und Schadstoffe erzeugen freie Radikale. Freie Radikale oxidieren die Ceramide und Fettsäuren in der Lipidmatrix. Oxidierte Lipide verlieren ihre lamellare Struktur. Eine ungeordnete Lipidmatrix kann Wasser nicht mehr wirksam binden. Der TEWL steigt. Die Haut trocknet aus. Vitamin E in ausreichender Konzentration unterbricht diese Kette an der frühesten Stelle — es neutralisiert freie Radikale, bevor sie die Barrierelipide schädigen. Die Lipide bleiben intakt. Die lamellare Struktur bleibt erhalten. Wasser bleibt, wo es hingehört. Die Haut bleibt hydratisiert.
Herkömmliche Feuchtigkeitscremes setzen typischerweise am Ende dieser Kette an: Sie fügen Feuchthaltemittel (Hyaluronsäure, Glycerin) hinzu, die Wasser in das Stratum corneum ziehen, und Okklusiva (Mineralöl, Vaseline), die das Entweichen von Feuchtigkeit bremsen. Diese Ansätze funktionieren, behandeln aber das Symptom (Austrocknung) statt der Ursache (Lipidoxidation). Ein Produkt, das hochdosiertes Vitamin E mit Haferöl (das die Ceramid-Neubildung anregt) kombiniert, wirkt auf beiden Ebenen. Das Ergebnis: Die Feuchtigkeit hält länger und Sie müssen seltener nachcremen.
Vitamin E für die Haut im Gesicht — praktische Empfehlungen
Das Gesicht verdient besondere Aufmerksamkeit, weil es die am stärksten der Umwelt ausgesetzte Partie des Körpers ist. UV-Strahlen treffen es direkt. Wind entzieht ihm Oberflächenlipide. Heizungsluft trocknet es aus, während Kälte von außen angreift. Die Augenpartie besitzt zudem kaum Talgdrüsen und ist daher vollständig auf die Zufuhr von Lipiden und Antioxidantien von außen angewiesen. Wenn es einen Bereich gibt, in dem die Vitamin-E-Konzentration am meisten zählt, dann ist es das Gesicht.
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Wann und wie auftragen
Tragen Sie ein Vitamin-E-reiches Produkt am besten abends nach der Reinigung auf das Gesicht auf. Die Nacht ist die Phase, in der die Reparaturprozesse der Haut am aktivsten sind — und keine UV-Strahlung das frisch aufgetragene Vitamin E abbaut. Am Morgen können Sie eine leichtere Formulierung (Serum oder leichte Creme mit Vitamin E) unter Ihrem Sonnenschutz verwenden. Die Kombination aus topischem Vitamin E und LSF bietet doppelten Schutz: Der Sonnenschutz blockiert UV-Strahlen, während das Vitamin E freie Radikale neutralisiert, die dennoch durchdringen.
Womit kombinieren
Vitamin E entfaltet seine beste Wirkung in Kombination mit anderen Wirkstoffen. Ferulasäure stabilisiert es und verstärkt seinen lichtschützenden Effekt. Vitamin C (Ascorbinsäure) regeneriert oxidiertes Vitamin E und stellt so dessen Fähigkeit wieder her, freie Radikale abzufangen. Haferöl liefert die Bausteine für die Ceramidneubildung und ergänzt damit die Rolle von Vitamin E beim Schutz bestehender Ceramide. Eine durchdachte Formulierung vereint diese synergistischen Bestandteile, anstatt sich auf einen einzelnen Inhaltsstoff zu verlassen.
Über das Gesicht hinaus — Vitamin-E-Wirkung für die Haut am ganzen Körper
Während das Gesicht der stärksten UV-Exposition ausgesetzt ist, profitieren auch andere Körperbereiche erheblich von topischem Vitamin E. Die Hände — ständig gewaschen, Reinigungsmitteln ausgesetzt und Temperaturschwankungen unterworfen — verlieren besonders schnell an Barrierelipiden. Eine spezielle Handcreme mit Vitamin E und Haferöl gleicht dieses Defizit weitaus wirksamer aus als eine herkömmliche Handlotion. Schienbeine und Unterarme, besonders bei älteren Erwachsenen, neigen zu Xerosis (chronischer Trockenheit), da die Talgproduktion nachlässt. Auch bei postoperativen Narben, Dehnungsstreifen und neurodermitischen Hautstellen lassen sich durch konsequente Vitamin-E-Anwendung die Heilungsprozesse unterstützen.
Ein ganzheitlicher Ansatz erfordert nicht zwangsläufig mehrere Produkte. Eine einzige Salbe oder Körpercreme mit 5 % Vitamin E kann sowohl für das Gesicht als auch für den Körper dienen. Das vereinfacht die Routine und stellt sicher, dass jeder beanspruchte Hautbereich ausreichend antioxidativen Schutz erhält. Dies ist besonders im Winter relevant, wenn kalte Außenluft und trockene Heizungsluft den gesamten Körper einem erhöhten Feuchtigkeitsverlust aussetzen.
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Verbreitete Mythen über Vitamin E und die Haut
Trotz jahrzehntelanger Forschung halten sich hartnäckige Missverständnisse über Vitamin E. Die gängigsten davon aufzuklären, spart Zeit und verhindert fehlgeleitete Produktentscheidungen.
Mythos: „Vitamin E verhindert Falten"
So einfach ist es leider nicht. Vitamin E schützt die strukturellen Lipide und die kollagenstützende Matrix der Haut vor oxidativen Schäden, was die Ansammlung von Lichtschäden verlangsamt. Es macht aber bereits vorhandene Falten nicht rückgängig. Seine Rolle ist schützend und vorbeugend, nicht korrigierend. Für bestehende Linien bleiben Retinoide (Vitamin A) der Goldstandard.
Mythos: „Über die Ernährung bekommt die Haut genug Vitamin E"
Vitamin E aus der Nahrung (z. B. aus Mandeln, Avocados, Olivenöl) gelangt über die Talgdrüsen an die Hautoberfläche. Die auf diesem Weg zugeführte Menge reicht jedoch nicht aus, um zu ersetzen, was die UV-Strahlung täglich zerstört. Eine topische Anwendung bringt Vitamin E direkt ins Stratum corneum, wo es am dringendsten benötigt wird — in Konzentrationen, die allein durch Ernährung nicht erreichbar sind.
Mythos: „Alle Vitamin-E-Produkte sind gleich"
Wie oben dargelegt, führen die Form (Tocopherol vs. Tocopherylacetat), die Konzentration (0,5 % vs. 5 %) und die begleitenden Inhaltsstoffe (das Vorhandensein oder Fehlen von Ferulasäure und Haferöl) zu enormen Wirksamkeitsunterschieden. Die Inhaltsstoffliste aufmerksam zu lesen ist kein optionaler Schritt — es ist die einzige Möglichkeit, ein wirklich wirksames Vitamin-E-Produkt von einem zu unterscheiden, das den Namen lediglich zu Marketingzwecken trägt.
Fazit — fordern Sie mehr von Ihrem Vitamin E
Vitamin E für die Haut ist kein neuartiger Wirkstoff. Es ist eines der am gründlichsten erforschten Antioxidantien in der Dermatologie, mit einer Evidenzbasis, die Jahrzehnte umspannt. Die Studienlage ist eindeutig: In ausreichender Konzentration (5 %), in der richtigen Form (Alpha-Tocopherol) und unterstützt von synergistischen Partnern (Ferulasäure, Haferöl, Vitamin C) schützt topisches Vitamin E die Hautbarriere messbar, reduziert den Wasserverlust und verlangsamt die oxidative Lichtalterung. In den symbolischen Konzentrationen, die in den meisten handelsüblichen Cremes zu finden sind (0,5–2 %), stabilisiert es kaum mehr als die Formulierung selbst.
Wenn Sie das nächste Mal ein Vitamin-E-Produkt bewerten, stellen Sie sich drei Fragen: Welche Form von Vitamin E enthält es? In welcher Konzentration? Und welche unterstützenden Inhaltsstoffe verstärken die Wirkung? Lauten die Antworten Alpha-Tocopherol, 5 % und Ferulasäure plus ein ceramidförderndes Öl, dann haben Sie ein Produkt vor sich, das konsequent auf Wirksamkeit formuliert wurde. Lauten die Antworten Tocopherylacetat, nicht angegebene Konzentration und nichts weiter Nennenswertes, dann bezahlen Sie für eine leere Werbeaussage. Ihre Haut verdient Besseres.
Häufig gestellte Fragen
Ist Vitamin E gut für die Gesichtshaut?
Ja. Das Gesicht ist die am stärksten UV-exponierte Körperstelle und verliert Vitamin E am schnellsten. Eine topische Anwendung in 5-prozentiger Konzentration füllt die antioxidativen Reserven auf, schützt die Barrierelipide und reduziert den transepidermalen Wasserverlust. Besonders vorteilhaft ist die Kombination mit Ferulasäure, die den Lichtschutz verdoppelt.
Was ist der Unterschied zwischen Tocopherol und Tocopherylacetat?
Tocopherol (Alpha-Tocopherol) ist die biologisch aktive Form von Vitamin E, die freie Radikale direkt abfängt. Tocopherylacetat ist ein stabilisierter Ester, der in der Haut erst enzymatisch zu Tocopherol umgewandelt werden muss — ein Prozess, der langsam und unvollständig verläuft. Studien zeigen, dass Tocopherylacetat die UV-induzierte Photokarzinogenese nicht verhindert, reines Tocopherol hingegen schon.
Wie viel Vitamin E sollte ein Hautpflegeprodukt enthalten?
Die meisten handelsüblichen Feuchtigkeitscremes enthalten 0,5–2 %, was in erster Linie als Stabilisator für die Formulierung dient. Klinische Studien belegen messbare Vorteile für die Haut ab einer Konzentration von 5 %. Achten Sie auf Produkte, die den Prozentsatz angeben oder Tocopherol weit oben in der Inhaltsstoffliste führen.
Kann ich Vitamin-E-Produkte jeden Tag verwenden?
Ja, die tägliche Anwendung ist sowohl sicher als auch empfehlenswert. UV-Exposition baut das Vitamin E der Haut täglich ab, weshalb eine kontinuierliche Zufuhr notwendig ist, um einen schützenden Wirkstoffspiegel aufrechtzuerhalten. Tragen Sie das Produkt abends nach der Reinigung auf, um die nächtliche Regeneration optimal zu nutzen, und verwenden Sie morgens eine leichtere Vitamin-E-Formulierung unter Ihrem Sonnenschutz.
Hilft Vitamin E bei Narben und Dehnungsstreifen?
Vitamin E unterstützt die Heilungsprozesse der Haut, indem es neues Kollagen vor oxidativen Schäden schützt und die Feuchtigkeitsbarriere stärkt. Es kann zwar bestehende Narben oder Dehnungsstreifen nicht verschwinden lassen, aber eine konsequente Anwendung kann das Erscheinungsbild und die Textur von frischen Narben verbessern. Bei älteren, verheilten Narben bieten Retinoide und professionelle Behandlungen deutlichere Ergebnisse.

Quellen
- Thiele, J. J. et al. (1998) 'Depletion of human stratum corneum vitamin E: an early and sensitive in vivo marker of UV induced photo-oxidation', Journal of Investigative Dermatology, 110(5), S. 756–761.
- Lin, J. Y. et al. (2005) 'Synthesis of a topical antioxidant formulation containing vitamin C, vitamin E, and ferulic acid', Journal of Investigative Dermatology, 125(4), S. 826–832.
- Nachbar, F. und Korting, H. C. (1995) 'The role of vitamin E in normal and damaged skin', Journal of Molecular Medicine, 73(1), S. 7–17.
- Gensler, H. L. und Magdaleno, M. (1991) 'Topical vitamin E inhibition of immunosuppression and tumorigenesis induced by ultraviolet irradiation', Nutrition and Cancer, 15(2), S. 97–106.
- Burke, K. E. et al. (2000) 'Effects of topical and oral vitamin E on pigmentation and skin cancer induced by ultraviolet irradiation in Skh:2 hairless mice', Nutrition and Cancer, 38(1), S. 87–97.



