Funktionskleidung und Membranbekleidung richtig waschen, ohne sie zu ruinieren: Die Anleitung, mit der Ihre teure Jacke jahrelang hält

 

„Ich habe eine Jacke gewaschen, die ein Vermögen gekostet hat, und jetzt perlt das Wasser überhaupt nicht mehr ab – sie saugt sich voll wie ein Schwamm. Kann ich sie wegwerfen?“ Diese Frage, die man in unzähligen Outdoor-Foren liest, bringt den Albtraum all derer auf den Punkt, die in hochwertige Funktionskleidung investiert haben. Die Angst vor einem einzigen falschen Waschgang ist so groß, dass viele ihre teure Jacke einfach gar nicht mehr waschen – und genau das ist das Schlimmste, was sie tun können. Die Wahrheit ist: Funktionskleidung muss gewaschen werden, nur eben völlig anders als ein gewöhnliches T-Shirt. In diesem Ratgeber erklären wir, was eine Membran wirklich zerstört, warum normales Waschpulver und Weichspüler ihre größten Feinde sind und wie Sie Funktionskleidung so waschen, dass sie ihre Funktion jahrelang behält.

Funktionskleidung und Membranbekleidung richtig waschen, ohne sie zu ruinieren: Die Anleitung, mit der Ihre teure Jacke jahrelang hält

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Gore-Tex MUSS gewaschen werden – Schweiß und Hautfett zersetzen die Nahtversiegelungen, eine schmutzige Jacke altert also schneller als eine regelmäßig gewaschene.
  • Normales Pulver verstopft die Membran, weil es unlösliche Füllstoffe (Zeolithe) enthält, die sich in den Mikroporen festsetzen.
  • Weichspüler ist die schlechteste Wahl – er überzieht die Membran und die wasserabweisende Schicht mit einem Film, sodass das Kleidungsstück nicht mehr atmet.
  • Waschen Sie bei 30–40 °C mit einem Spezialwaschmittel mit nichtionischen Tensiden, ohne Weichspüler und optische Aufheller.
  • Saugt sich die Jacke voll, ist nicht die Membran kaputt – nur die äußere DWR-Schicht ist geschwächt. Sie lässt sich mit Wärme oder einer neuen Imprägnierung wiederherstellen.

Warum Funktionskleidung niemals ungewaschen bleiben darf

Beginnen wir mit dem gefährlichsten Mythos, der unter Outdoor-Begeisterten kursiert: „Gore-Tex darf man nicht waschen, sonst geht es kaputt.“ Die Folge: Man trägt Jacken voller eingetrocknetem Schweiß und Hautfett über ganze Saisons hinweg und ist überzeugt, die Ausrüstung gut zu pflegen. Das Gegenteil ist der Fall. Menschlicher Schweiß enthält Salze und Hautfett, die sich in den Poren der Membran absetzen. Dort zersetzen sie die dünnen Polyurethan-Bänder, mit denen die Nähte von innen versiegelt sind, auf chemischem Wege. Die Jacke löst sich dann buchstäblich unterwegs auf.

Regelmäßiges Waschen mit dem richtigen Mittel verlängert die Lebensdauer von Membranbekleidung sogar. Der Hersteller von Gore-Tex selbst empfiehlt, das Kleidungsstück zu waschen, sobald es nötig ist, anstatt die Wäsche aufzuschieben. Pflege, nicht Vernachlässigung, hält technische Materialien funktionstüchtig.

Was normales Pulver und Weichspüler mit einer Membran machen

Nach den offiziellen Pflegehinweisen des Gore-Tex-Herstellers ist die Verwendung von normalem Waschpulver einer der schwersten Fehler, den Sie bei Funktionskleidung machen können. Pulver enthält unlösliche Füllstoffe, sogenannte Zeolithe, sowie optische Aufheller und Bleichmittel. Diese mikroskopisch kleinen, festen Partikel setzen sich in den Poren der Membran fest und verstopfen sie dauerhaft. Das Kleidungsstück atmet dann nicht mehr, der Schweiß kondensiert auf der Innenseite und Sie haben das Gefühl, die Jacke sei undicht.

Noch zerstörerischer wirkt Weichspüler. Er überzieht jede Faser mit einem dünnen Film aus Silikonen oder kationischen Tensiden. Bei normaler Wäsche sorgt das für Weichheit und Duft, doch bei Membranbekleidung hebt dieser Film die Wasserabweisung der äußeren Schicht vollständig auf und verhindert den Abtransport von Wasserdampf. Ein einziger Waschgang mit Weichspüler kann ein atmungsaktives Softshell in eine schweißtreibende Plastikhülle verwandeln. Deshalb gilt eine einfache Regel: Weichspüler gehört niemals an Funktionskleidung.

Membran und DWR: zwei Dinge, die oft verwechselt werden

Wenn sich eine Jacke nach dem Waschen vollsaugt, geraten die meisten in Panik und fürchten, die Membran sei beschädigt. Tatsächlich handelt es sich um zwei völlig verschiedene Schichten, und der Schaden ist meist weniger gravierend als befürchtet. Die Membran (etwa ePTFE bei Gore-Tex) befindet sich im Inneren des Materials und sorgt dafür, dass keine Wassertropfen eindringen, Wasserdampf aber entweichen kann. Darüber, auf der Außenseite des Stoffes, liegt die DWR-Ausrüstung (Durable Water Repellent) – eine chemische Imprägnierung, die Wasser zwingt, Tropfen zu bilden und abzuperlen.

Wenn eine Jacke also nicht mehr abperlt, haben Sie nicht die Membran im Inneren beschädigt – Sie haben nur die äußere DWR-Schicht abgenutzt oder abgewaschen. Das Wasser zieht in den Oberstoff ein, bildet einen nassen Film, durch den die Membran nicht mehr atmen kann, und es wirkt, als sei die Jacke undicht. Die gute Nachricht: Die DWR lässt sich wiederherstellen.

Sie können es selbst in Sekunden prüfen: Geben Sie etwas Wasser auf den Oberstoff. Zieht es sich zu Tropfen zusammen und rollt ab, funktioniert die DWR. Verläuft das Wasser und der Stoff dunkelt nach, während er sich vollsaugt, hat die äußere Schicht ihre Wirkung verloren – dann ist es Zeit für eine Reaktivierung mit Wärme oder eine neue Imprägnierung. Die Membran im Inneren kann dabei völlig intakt sein.

Funktionskleidung waschen – Schritt für Schritt

Nun zum Wesentlichen. Die Pflege von Membranen ist keine Wissenschaft, sie verlangt nur andere Mittel als Ihre übrige Wäsche. Richten Sie sich immer zuerst nach dem Pflegeetikett – Standard für Funktionsmembranen ist meist ein Waschgang bei 30 bis 40 °C. Höhere Temperaturen können die Nahtversiegelungen angreifen oder die Gewebestruktur beschädigen. Bereiten Sie das Kleidungsstück zunächst vor: Schließen Sie alle Reiß- und Klettverschlüsse, damit sie das Gewebe nicht aufrauen, und drehen Sie es auf links, denn Schweiß und Hautfett sitzen vor allem auf der Innenseite. Wählen Sie dann ein Schonprogramm, verzichten Sie auf Weichspüler und greifen Sie zu einem Waschmittel mit nichtionischen Tensiden. Diese benetzen die Fasern gründlich und lösen den Schmutz, sind aber sanft genug, um die werkseitige DWR-Imprägnierung oder die feine Struktur von Nanofasern nicht anzugreifen. Überladen Sie die Trommel nicht – Funktionskleidung braucht Platz, damit das Waschmittel jede Faser erreicht und anschließend sauber ausgespült wird.

Genau dafür ist Horewell NANO WASH PRO entwickelt worden. Es ist ein hochkonzentriertes Waschmittel mit 30 % Trockenmasse, das ausschließlich auf nichtionischen Tensiden basiert und keine anionischen Substanzen enthält. Herkömmliche Waschmittel verlieren bei den niedrigen Temperaturen, die für Membranen erforderlich sind, oft ihre Reinigungskraft – NANO WASH PRO umgeht dieses Problem mit einem biologisch aktiven Enzymkomplex. Die Enzyme zersetzen gezielt organische Verschmutzungen wie Schweiß und Hautfett, die die Nahtversiegelungen angreifen, und wirken bereits bei 30 °C hervorragend.

Horewell Waschmittel NANO WASH PRO

Tipp der Redaktion

Wiederhergestellte Wasserabweisung – Wassertropfen perlen auf Funktionsgewebe

Horewell NANO WASH PRO

Ein konzentriertes Waschmittel mit nichtionischen Tensiden und Enzymen. Wäscht Schweiß aus Membranen, Sportbekleidung und Nanofaser-Bettwaren, ohne DWR und Atmungsaktivität anzugreifen.

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Dank der hohen Konzentration wird das Mittel sparsam dosiert, sodass eine Flasche für überraschend viele Waschgänge reicht – bei Funktionskleidung, die Sie nicht jede Woche waschen, problemlos für Monate. Zugleich erfüllt es strenge Umweltstandards und belastet Kläranlagen nicht, denn es enthält weder Phosphate noch aggressive Giftstoffe, die nützliche Bakterien schädigen würden. So verbinden Sie die Pflege Ihrer teuren Kleidung mit dem Schutz der Gewässer.

Vorsicht bei Wolle und Merino

Eine Einschränkung haben enzymbasierte Mittel allerdings. Wegen der hohen Wirksamkeit der biologischen Enzyme darf NANO WASH PRO nicht auf natürlichen Proteinfasern wie Wolle oder Seide verwendet werden. Wenn in Ihrem Schrank Wolle, Kaschmir oder ein geliebtes Merino-Shirt liegt, greifen Sie zu einem speziellen Wollwaschmittel – die Enzyme würden die Naturfasern angreifen. Für Membranen, Sportbekleidung und milbendichte Nanofaser-Bettwaren ist es dagegen die ideale Wahl.

Wasserabweisung mit Wärme reaktivieren

Hier kommt ein Trick, den kaum jemand kennt und der nichts kostet. Die wasserabweisende DWR-Ausrüstung wird beim Tragen und Waschen gewissermaßen „zerzaust“ – die Fluorpolymer- oder Silikonketten auf der Oberfläche geraten durcheinander, sodass das Wasser in den Stoff einziehen kann. Sanfte Wärme richtet sie wieder aus. Geben Sie die Jacke nach dem Waschen für etwa 20 Minuten bei niedriger Stufe in den Trockner oder bügeln Sie sie vorsichtig bei geringer Temperatur und ohne Dampf, mit einem schützenden Tuch als Zwischenlage. Oft kehrt die Wasserabweisung so zurück, ohne dass Sie zu einem neuen Imprägniermittel greifen müssen. Die Membranhersteller empfehlen diesen Schritt ausdrücklich als normalen Teil der Pflegeroutine.

Wenn Waschen nicht reicht: die DWR neu imprägnieren

Selbst bei schonendster Wäsche nutzt sich die werkseitige DWR-Schicht mit der Zeit mechanisch ab, und Wärme allein reicht zur Reaktivierung nicht mehr aus. Dann muss die Imprägnierung erneuert werden. Vergessen Sie billige Silikonsprays, die oft nur die Poren verstopfen. Moderne Imprägnierungen nutzen den Lotuseffekt, den die Botaniker Barthlott und Neinhuis 1997 beschrieben haben: Auf einer superhydrophoben Oberfläche zieht sich Wasser zu Kugeln zusammen und rollt mitsamt dem Schmutz ab. Tragen Sie eine Imprägnierung immer nur auf eine saubere, trockene und rückstandsfreie Oberfläche auf und lassen Sie sie gemäß Anleitung einwirken oder aushärten – Wärme kann anschließend helfen, die Schutzschicht zu fixieren.

Dieselben Regeln gelten für Bettwaren und Sportbekleidung

Es mag Sie überraschen, aber die Regeln für eine Membranjacke gelten auch für Nanofaser-Bettwaren und Sportbekleidung. All diese Materialien beruhen auf einer feinen Faserstruktur, die durch aggressive Chemie und Weichspüler unwiederbringlich beschädigt werden kann. Deshalb lohnt es sich, ein einziges schonendes Mittel für alle Funktionstextilien im Haus zu haben. Dieselbe Nanofaser, die eine Jacke atmungsaktiv macht, steckt auch in milbendichten Bettwaren wie einem Milbenschutzbezug für Bettdecken, den Sie nach demselben Prinzip waschen. Falls Ihre Sportbekleidung auch nach dem Waschen noch muffig riecht, zersetzt der Horewell Geruchsentferner die Geruchsmoleküle, anstatt sie nur zu überdecken. Ausführliche Anleitungen finden Sie in unseren Ratgebern zum richtigen Waschen von Bettdecken und Kopfkissen sowie in unserem Artikel darüber, wie Sportbekleidung gegen Geruch wirkt.

Wie oft sollten Sie Funktionskleidung waschen?

Seltener, als Sie vielleicht befürchten, aber auf keinen Fall nie. Bei einer Jacke für den Stadtgebrauch genügt ein Waschgang pro Saison. Intensiv genutzte Bergausrüstung waschen Sie am besten nach jeder anspruchsvollen Tour, bei der sich das Material mit Schweiß vollgesogen hat. Ein verlässliches Signal ist der Moment, in dem das Kleidungsstück zu riechen beginnt oder Wasser nicht mehr abperlt. Ersteres deutet auf angesammeltes Fett in der Membran hin, Letzteres auf eine geschwächte DWR-Schicht. Behandeln Sie lokale Flecken gezielt vor, denn ein Schonprogramm bei 30 °C entfernt hartnäckigen Schmutz nicht zuverlässig. Lagern Sie Ihre Jacke außerdem niemals feucht und zusammengeknüllt, sonst drohen Schimmel und unangenehme Gerüche. Lassen Sie sie stets vollständig an der Luft trocknen und hängen Sie sie locker auf.

Richtige Pflege von Funktionskleidung – ordentlich gefaltete Outdoor- und Sportbekleidung

Fazit

Funktionskleidung ist kein empfindliches Material, das Wasser fürchtet. Sie fürchtet nur die falsche Chemie. Lassen Sie Weichspüler und Pulver weg, waschen Sie bei 30 bis 40 °C mit einem Spezialwaschmittel mit nichtionischen Tensiden und stellen Sie die Wasserabweisung danach mit Wärme oder einer Imprägnierung wieder her – dann bleibt Ihre teure Jacke jahrelang funktionsfähig. Statt sie in Panik wegzuwerfen, weil sie scheinbar „undicht“ ist, schenken Sie ihr ein paar Minuten der richtigen Pflege. Sie wird es Ihnen auf jeder Tour in Regen und Kälte danken. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, teure Funktionstextilien separat im Schonprogramm und ohne Weichspüler zu waschen. So wird die richtige Pflege zur Routine, über die Sie nicht mehr nachdenken müssen.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich Funktionskleidung mit einem normalen Flüssigwaschmittel aus dem Supermarkt waschen?

Flüssigwaschmittel sind besser als Pulver, da sie keine unlöslichen Füllstoffe enthalten. Sie enthalten jedoch oft optische Aufheller, Duftstoffe und aggressive anionische Tenside, die den Abbau der DWR-Schicht beschleunigen. Für teure Outdoor-Ausrüstung stellen sie ein unnötiges Risiko dar – greifen Sie lieber zu einem Spezialwaschmittel für technische Materialien.

Habe ich die Membran ruiniert, weil ich versehentlich Weichspüler benutzt habe?

Wahrscheinlich nicht dauerhaft. Weichspüler zerstört die Membran nicht mechanisch, sondern verklebt ihre Poren und hebt die äußere Wasserabweisung auf. Waschen Sie die Jacke erneut mit einem geeigneten Waschmittel ohne Weichspüler – meist lassen sich die Rückstände so entfernen. Nach einer anschließenden Reaktivierung mit Wärme oder einer neuen Imprägnierung sollte das Kleidungsstück wieder voll funktionsfähig sein.

Warum saugt sich meine Jacke nach dem Waschen voll wie ein Schwamm?

Sie haben nicht die Membran im Inneren beschädigt, sondern die äußere DWR-Ausrüstung abgewaschen oder abgenutzt. Das Wasser zieht in den Oberstoff ein und bildet einen nassen Film, durch den die Membran nicht mehr atmen kann. Die Lösung ist die Reaktivierung mit Wärme (Trockner auf niedriger Stufe) oder das Auftragen einer neuen Imprägnierung.

Welche Wassertemperatur soll ich wählen?

Richten Sie sich immer nach dem Pflegeetikett. Standard für Funktionsmembranen sind 30 bis 40 °C. Höhere Temperaturen können die Klebstoffe der versiegelten Nähte angreifen oder die Gewebestruktur selbst beschädigen.

Kann ich Funktionskleidung und Nanofaser-Bettwaren mit demselben Mittel waschen?

Ja. Membranen, Sportbekleidung und Nanofaser-Bettwaren benötigen dieselbe schonende Pflege auf Basis nichtionischer Tenside und ohne Weichspüler. Die einzige Ausnahme sind natürliche Proteinfasern wie Wolle, Kaschmir und Merino, für die enzymbasierte Mittel nicht geeignet sind.

Lucie Konečná, Betriebsleiterin bei nanoSPACE
Lucie Konečná ist seit 7 Jahren in der Nanotechnologie tätig. Sie ist Mitautorin des Projekts „Česko je nano“ (Tschechien ist Nano) und setzt sich langfristig für die Popularisierung von Nanotechnologien ein. Seit Mai 2020 leitet sie den operativen Betrieb des nanoSPACE E-Shops.

Quellen

  • W.L. Gore & Associates – offizielle Pflegeanleitung für Gore-Tex-Membranen.
  • Barthlott, W., & Neinhuis, C. (1997) 'Purity of the sacred lotus, or escape from contamination in biological surfaces', Planta, 202(1), S. 1–8.
  • Fachliteratur zur Tensidchemie (Unterschied zwischen nichtionischen und anionischen Tensiden).