Juckreiz. Dieses verflixte, unerbittliche Kribbeln und Brennen, das Sie Tag und Nacht verfolgt. Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie sich am liebsten die Haut vom Körper kratzen würden? Wenn Sie nachts kein Auge zutun, sich tagsüber nicht auf Ihre Arbeit konzentrieren können und Ihr einziger Gedanke darum kreist, wie Sie diesem unerträglichen Drang nachgeben können? Ein juckender Hautausschlag gehört zu den frustrierendsten dermatologischen Problemen überhaupt und kann die Lebensqualität der Betroffenen massiv einschränken.
Als jemand, der selbst mit empfindlicher Haut zu kämpfen hat und die Tücken der kalten Jahreszeit nur zu gut kennt, kann ich Ihnen aus eigener Erfahrung sagen: Um das Problem wirklich an der Wurzel zu packen, müssen Sie zunächst die genaue Ursache herausfinden. In diesem Leitfaden erfahren Sie detailliert, was Sie wissen müssen – von den häufigsten Auslösern über die Funktionsweise unserer Hautbarriere bis hin zu den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Pflege. Wir belassen es jedoch nicht bei trockener Theorie. Sie erhalten praxisnahe Tipps, bewährte Routinen und Hinweise auf konkrete Pflegeschritte, die Ihrer Haut echte Linderung verschaffen können. Atmen Sie tief durch, versuchen Sie für einen Moment, das Kratzen zu unterdrücken, und lassen Sie uns gemeinsam erkunden, wie Sie Ihre Haut wieder ins Gleichgewicht bringen und den Teufelskreis durchbrechen können.
Das Wichtigste in Kürze
- Ursachenforschung ist essenziell, denn ein juckender Hautausschlag ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom für vielfältige Auslöser wie Allergien, Infektionen oder Systemerkrankungen.
- Die Hautbarriere muss gestärkt werden, da eine intakte Schutzschicht das Eindringen von Allergenen und Reizstoffen verhindert und den Feuchtigkeitsverlust minimiert.
- Kratzen verschlimmert das Problem, weil dadurch mikroskopisch kleine Verletzungen entstehen, die Bakterien Tür und Tor öffnen und den sogenannten Juckreiz-Kratz-Kreislauf befeuern.
- Spezielle Pflegeprodukte lindern Beschwerden, insbesondere solche mit natürlichen, beruhigenden Inhaltsstoffen, die ohne aggressive Duft- oder Konservierungsstoffe auskommen.
- Ein Arztbesuch bringt Gewissheit, falls die Symptome länger anhalten, sich stetig verschlimmern oder von anderen Beschwerden wie Fieber oder extremer Müdigkeit begleitet werden.
Warum entsteht ein juckender Hautausschlag überhaupt?
Ein juckender Hautausschlag ist, medizinisch betrachtet, keine eigenständige Diagnose. Vielmehr handelt es sich um ein Warnsignal Ihres Körpers, das auf Dutzende verschiedener Hautprobleme oder innere Erkrankungen hinweisen kann. In der medizinischen Fachsprache wird dieser quälende Juckreiz als Pruritus bezeichnet. Er ist definiert als eine unangenehme Empfindung, die unweigerlich das Verlangen auslöst, sich zu kratzen. Und genau hier beginnt der Teufelskreis: Wir spüren den Juckreiz, kratzen uns, beschädigen dadurch die ohnehin gereizte Haut und verursachen Mikroverletzungen. In diese winzigen Risse können Bakterien, Pilze oder Schmutzpartikel eindringen, was zu einer Entzündung führt – und der Ausschlag verschlimmert sich zusehends.
Aber warum juckt es eigentlich? Stellen Sie sich Ihre Haut als ein hochkomplexes, feingewebtes Kommunikationsnetzwerk vor. Millionen von Nervenendigungen senden ununterbrochen Signale an Ihr Gehirn. Wenn eine irritierende Substanz – sei es ein Allergen, ein Toxin, ein Parasit oder einfach nur extreme Trockenheit – auf die Haut trifft, schlagen spezielle Rezeptoren Alarm. Sie senden eine unmissverständliche Botschaft: „Achtung, hier stimmt etwas nicht!" Das Gehirn interpretiert dieses Signal als Juckreiz und zwingt Sie reflexartig dazu, die betroffene Stelle zu kratzen, in der evolutionären Hoffnung, den Störenfried physisch zu entfernen. Um dieses System nicht noch weiter aus dem Takt zu bringen, ist es von zentraler Bedeutung zu wissen, wie man die Haut richtig reinigt, ohne die natürlichen Schutzmechanismen zu zerstören.
Die Suche nach der Ursache für einen juckenden Hautausschlag gleicht oft detektivischer Ermittlungsarbeit. Zu den häufigsten Verdächtigen gehören atopische Dermatitis, allergische Reaktionen, Nesselsucht, parasitäre Infektionen wie Krätze, Pilzinfektionen, aber auch Autoimmunerkrankungen oder systemische Leiden wie Leber- und Nierenprobleme. Es ist faszinierend und zugleich erschreckend, wie viele unterschiedliche Auslöser zu einem so ähnlichen, quälenden Symptom führen können. Ohne eine präzise Diagnose ist jede Behandlung lediglich ein Tappen im Dunkeln.
Atopische Dermatitis als häufige Ursache für einen juckenden Hautausschlag
Stellen Sie sich die atopische Dermatitis (besser bekannt als Neurodermitis) als einen ungebetenen Gast vor, der beschlossen hat, dauerhaft bei Ihnen einzuziehen. Und er kommt selten allein: Er bringt trockene, schuppige, gerötete und vor allem extrem juckende Hautpartien mit sich. Typischerweise zeigt sich dieser juckende Hautausschlag in den Beugefalten der Arme und Beine, am Hals, im Gesicht oder auf der Brust. Diese chronisch-entzündliche Hauterkrankung betrifft einen erheblichen Teil der Bevölkerung und gehört zu den häufigsten Verursachern von starkem Juckreiz.
Doch was passiert dabei genau in der Haut? Betrachten Sie eine gesunde Hautbarriere wie eine intakte, solide Backsteinmauer, die Ihren Körper vor der Außenwelt schützt. Bei Menschen mit atopischer Dermatitis ist der Mörtel zwischen diesen Backsteinen porös. Es mangelt der Haut an wichtigen Lipiden und oft auch an bestimmten Proteinen wie Filaggrin. Durch diese Risse in der Schutzmauer verdunstet die hauteigene Feuchtigkeit rasend schnell nach außen (transepidermaler Wasserverlust), was die Haut extrem austrocknet. Gleichzeitig können Allergene, Reizstoffe und Bakterien von außen ungehindert eindringen. Das Immunsystem reagiert auf diese Eindringlinge mit einer massiven Entzündungsreaktion. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Sie diesen Feuchtigkeitsverlust stoppen können, lesen Sie unseren Beitrag darüber, wie man trockene Haut pflegt.
Die Pflege bei atopischer Dermatitis ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Sie erfordert tägliche Disziplin und die richtigen Helfer. Die absolute Basistherapie besteht in der konsequenten Rückfettung und Hydratisierung der Haut. Hierbei ist die Natürliche pflegende Körpercreme AtopCare 330 ml ein hervorragender Begleiter. Sie versorgt die Haut intensiv mit Feuchtigkeit, ohne sie mit künstlichen Duftstoffen oder aggressiven Konservierungsmitteln zu reizen, die bei einem atopischen Ekzem absolut tabu sein sollten.
Empfohlene Pflegeprodukte bei atopischer Haut
Kontaktdermatitis: Wenn die Haut auf äußere Reize reagiert
Stellen Sie sich vor, Sie haben sich gerade ein neues Schmuckstück gekauft. Es sieht fantastisch aus und passt perfekt zu Ihrem Lieblingsoutfit. Sie legen es an und gehen aus. Doch wenige Stunden später beginnt die Hautstelle zu jucken, sie rötet sich und schwillt an. Willkommen in der Welt der Kontaktdermatitis – einer entzündlichen Hautreaktion, die durch den direkten Kontakt mit einer reizenden Substanz oder einem Allergen ausgelöst wird. Dieser juckende Hautausschlag ist ein klassisches Beispiel dafür, wie schnell unser Immunsystem auf vermeintliche Bedrohungen reagieren kann.
Mediziner unterscheiden grundsätzlich zwischen zwei Haupttypen, die zwar äußerlich ähnlich aussehen, aber auf völlig unterschiedlichen Mechanismen beruhen. Die allergische Kontaktdermatitis entsteht, wenn Ihr Immunsystem eine eigentlich harmlose Substanz als gefährlich einstuft. Ein klassisches Beispiel ist die Nickelallergie. Interessanterweise tritt die Reaktion oft nicht beim allerersten Kontakt auf. Das Immunsystem „merkt" sich den Stoff, wird sensibilisiert und schlägt erst bei einem der nächsten Kontakte mit voller Wucht zu. Die irritative Kontaktdermatitis hingegen benötigt kein sensibilisiertes Immunsystem. Sie entsteht durch die direkte chemische oder physikalische Schädigung der Hautbarriere, beispielsweise durch ständigen Kontakt mit scharfen Reinigungsmitteln, Seifen oder Lösungsmitteln. Jeder Mensch kann eine irritative Kontaktdermatitis entwickeln, wenn die Konzentration des Reizstoffes nur hoch genug ist.
Besonders häufig sind unsere Hände von Kontaktekzemen betroffen, da sie im Alltag den meisten Belastungen ausgesetzt sind. Häufiges Händewaschen, Kälte und der Umgang mit Chemikalien fordern ihren Tribut. Um die strapazierte Haut an den Händen zu regenerieren, ist eine gezielte Pflege unerlässlich. Die Natürliche nährende Handcreme AtopCare wurde speziell dafür entwickelt, rissige und juckende Hände zu beruhigen und die natürliche Lipidbarriere wieder aufzubauen, ohne einen unangenehmen Fettfilm zu hinterlassen.
Nesselsucht (Urtikaria): Eine plötzliche und heftige Reaktion
Sie gehen abends mit völlig normaler Haut ins Bett und wachen mitten in der Nacht auf, weil Ihr ganzer Körper von erhabenen, roten und extrem juckenden Quaddeln übersät ist. Es sieht aus, als wären Sie in ein Brennnesselfeld gefallen – daher auch der treffende Name Nesselsucht. Die Urtikaria gehört zu den am schnellsten auftretenden Hautreaktionen und kann Betroffene in regelrechte Panik versetzen, da der juckende Hautausschlag oft buchstäblich aus dem Nichts auftaucht.
Der Mechanismus hinter der Nesselsucht ist eine massive Ausschüttung von Histamin aus den sogenannten Mastzellen der Haut. Dieses Histamin bewirkt, dass sich die feinen Blutgefäße in der Haut weiten und durchlässiger werden. Flüssigkeit tritt in das umliegende Gewebe aus, was zu den typischen Schwellungen (Quaddeln) und der starken Rötung führt. Das Tückische an der Nesselsucht ist ihre Flüchtigkeit: Einzelne Quaddeln können innerhalb von Stunden komplett verschwinden, nur um an einer völlig anderen Körperstelle erneut aufzutauchen.
Die Ursachen für diesen akuten Alarmzustand des Körpers sind enorm vielfältig. Nahrungsmittelallergien (wie gegen Nüsse, Schalentiere oder Erdbeeren), Medikamentenunverträglichkeiten (oft Schmerzmittel oder Antibiotika) und Insektenstiche sind bekannte Auslöser. Aber auch physikalische Reize wie Kälte, Druck, starke Hitze oder sogar emotionale Belastungen und Stress können eine Urtikaria provozieren. Während eine akute Nesselsucht meist nach wenigen Tagen oder Wochen von selbst abklingt, kann eine chronische Urtikaria über Monate oder Jahre bestehen bleiben. Die Behandlung stützt sich in erster Linie auf Antihistaminika, um die Wirkung des ausgeschütteten Histamins zu blockieren, sowie auf kühlende und beruhigende Pflegemaßnahmen.
Krätze und andere parasitäre Ursachen für einen juckenden Hautausschlag
Das Wort „Krätze" (Skabies) löst bei den meisten Menschen sofort ein unangenehmes Kribbeln aus. Oft wird diese Erkrankung fälschlicherweise mit mangelnder Hygiene oder prekären Lebensverhältnissen in Verbindung gebracht. Das ist ein gefährlicher Irrglaube. Krätze ist eine weltweit verbreitete parasitäre Infektion, die jeden treffen kann, unabhängig vom sozialen Status oder den persönlichen Duschgewohnheiten. Sie ist eine der quälendsten Ursachen für einen juckenden Hautausschlag.
Verursacht wird die Krätze durch die mikroskopisch kleine Krätzemilbe (Sarcoptes scabiei). Die befruchteten Weibchen graben feine, tunnelartige Gänge in die oberste Hautschicht (Epidermis). In diesen Gängen legen sie ihre Eier ab und hinterlassen ihren Kot. Dieser Vorgang allein ist schon unangenehm, doch der eigentliche, unerträgliche Juckreiz entsteht durch eine allergische Reaktion unseres Immunsystems auf die Milben, deren Eier und Ausscheidungen. Da sich diese Immunantwort erst aufbauen muss, vergehen nach der ersten Ansteckung oft zwei bis sechs Wochen, bevor der juckende Hautausschlag ausbricht. Typisch für Skabies ist, dass der Juckreiz nachts unter der warmen Bettdecke unerträglich wird.
Die Behandlung erfordert absolute Konsequenz. Spezielle milbenabtötende Cremes oder Tabletten müssen exakt nach ärztlicher Vorgabe angewendet werden. Ebenso wichtig ist die Umgebungssanierung: Kleidung, Bettwäsche und Handtücher müssen bei mindestens 60 °C gewaschen werden. Da die Anti-Milben-Präparate die Haut stark austrocknen und reizen können, ist eine sanfte Reinigung während und nach der Therapie von großer Bedeutung. Die Natürliche Seife für empfindliche Haut AtopCare reinigt die durch die Behandlung strapazierte Haut besonders schonend und hilft, weitere Irritationen zu vermeiden.
Sanfte Reinigung und Pflege für strapazierte Haut
Hautpilzinfektionen: Ein hartnäckiger juckender Hautausschlag
Dermatomykosen, umgangssprachlich als Hautpilz bezeichnet, sind eine weitere sehr häufige Ursache für hartnäckigen Juckreiz. Diese Infektionen werden meist durch Dermatophyten ausgelöst – mikroskopisch kleine Fadenpilze, die sich von Keratin ernähren. Keratin ist das Strukturprotein, aus dem unsere oberste Hautschicht, unsere Haare und unsere Nägel bestehen. Ein Pilz findet hier also ein reichhaltiges Buffet vor.
Pilze lieben ein warmes und feuchtes Milieu. Deshalb treten diese Infektionen besonders häufig an den Füßen (Fußpilz bzw. Tinea pedis), in den Leistenbeugen oder unter den Achseln auf. Öffentliche Schwimmbäder, Saunen, Gemeinschaftsduschen oder auch verschwitzte Sportschuhe sind wahre Brutstätten für diese Erreger. Ein juckender Hautausschlag durch Pilze äußert sich oft in Form von schuppenden, geröteten Ringen, die sich nach außen hin ausbreiten, während die Mitte scheinbar abheilt. An den Füßen zeigt er sich häufig durch aufgeweichte, weißliche Haut zwischen den Zehen, die schmerzhaft einreißen kann.
Die Prävention und Behandlung von Hautpilz erfordert Geduld. Antimykotische Cremes müssen oft noch Wochen nach dem Verschwinden der Symptome aufgetragen werden, um alle unsichtbaren Pilzsporen abzutöten. Es ist zudem wichtig, die betroffenen Areale trocken zu halten. Wer ohnehin zu einer erhöhten Talgproduktion oder vermehrtem Schwitzen neigt, sollte besonders auf die Körperhygiene achten. Tipps dazu finden Sie in unserem Artikel darüber, wie man fettige Haut pflegt, um ein Milieu zu vermeiden, in dem sich Mikroorganismen allzu wohl fühlen.
Ein juckender Hautausschlag als Warnsignal für systemische Erkrankungen
Manchmal ist ein juckender Hautausschlag nur die Spitze des Eisbergs. Unsere Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers und spiegelt oft wider, was tief in unserem Inneren vor sich geht. Ein generalisierter Juckreiz, der sich über den ganzen Körper erstreckt und auf keine äußerlichen Behandlungen anspricht, kann ein wichtiges Warnsignal für ernsthafte systemische Erkrankungen sein.
Erkrankungen der Leber, wie beispielsweise eine Cholestase (Gallenstau), führen dazu, dass sich Gallensalze im Blut ansammeln und in der Haut ablagern. Dies reizt die Nervenendigungen massiv und führt zu einem unerträglichen Juckreiz, der oft an den Handflächen und Fußsohlen beginnt. Auch chronische Nierenerkrankungen sind berüchtigt für den sogenannten urämischen Pruritus. Wenn die Nieren ihre Filterfunktion nicht mehr richtig erfüllen können, reichern sich harnpflichtige Substanzen und Toxine im Körper an, die extremen Juckreiz auslösen. Ebenso können Störungen der Schilddrüse (sowohl Über- als auch Unterfunktion) oder hämatologische Erkrankungen (wie die Polycythaemia vera, eine Überproduktion roter Blutkörperchen) zu starkem Juckreiz führen.
Bei solchen systemischen Ursachen hilft keine oberflächliche Creme allein. Die zugrunde liegende Krankheit muss medizinisch behandelt werden. Gleichzeitig ist es wichtig, die Hautstruktur von innen heraus zu stärken und den Körper mit wichtigen Bausteinen zu versorgen. Informieren Sie sich gerne darüber, was das beste Kollagen für Haut und Haare ist, um die strukturelle Integrität Ihres Gewebes ganzheitlich zu unterstützen.
Spezielle Pflegebedürfnisse: Juckender Hautausschlag bei Kindern und Senioren
Die Haut von Kindern und Senioren stellt uns vor ganz besondere Herausforderungen, wenn es um die Bewältigung von Juckreiz geht. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Hautbarriere noch nicht vollständig ausgereift. Sie ist deutlich dünner, durchlässiger und reagiert wesentlich empfindlicher auf äußere Reize, Temperaturschwankungen und chemische Zusätze in Pflegeprodukten. Ein juckender Hautausschlag bei einem Kind ist besonders belastend, da kleine Kinder den Reflex zu kratzen noch nicht kontrollieren können. Sie kratzen sich oft blutig, was zu unruhigen Nächten, Schlafmangel für die ganze Familie und einem hohen Risiko für bakterielle Sekundärinfektionen führt.
Auf der anderen Seite des Altersspektrums haben Senioren mit der sogenannten Altershaut zu kämpfen. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich die Zellteilung, die Talg- und Schweißdrüsen produzieren weniger Lipide und Feuchtigkeit. Die Haut wird pergamentartig, extrem trocken und verliert an Elastizität. Dieser Feuchtigkeitsverlust führt zum sogenannten Alterspruritus (Pruritus senilis). Zudem nehmen viele ältere Menschen eine Vielzahl von Medikamenten ein, deren Wechselwirkungen ebenfalls Hautreaktionen und Juckreiz auslösen können.
Für beide Altersgruppen gilt: Weniger ist mehr. Die Pflegeprodukte müssen absolut reizarm, stark rückfettend und frei von unnötigen Zusatzstoffen sein. Lauwarmes Wasser beim Duschen, das sanfte Abtupfen der Haut statt hartem Rubbeln und das sofortige Eincremen auf die noch leicht feuchte Haut sind entscheidende Maßnahmen, um die fragile Hautbarriere bei Jung und Alt zu schützen.
Moderne Behandlungsansätze und allgemeine Pflegetipps
Die Dermatologie hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Wenn herkömmliche Cremes und Antihistaminika nicht ausreichen, stehen heute moderne Therapien zur Verfügung. Sogenannte Biologika (monoklonale Antikörper) greifen gezielt in das Immunsystem ein und blockieren exakt die Botenstoffe (Zytokine), die Entzündungen und Juckreiz auslösen. Auch JAK-Inhibitoren, kleine Moleküle, die Signalwege in den Zellen unterbrechen, zeigen bei schweren Formen von atopischer Dermatitis hervorragende Ergebnisse.
Ein weiterer spannender Forschungsansatz konzentriert sich auf das Mikrobiom der Haut – die Gesamtheit aller Bakterien und Mikroorganismen, die unsere Hautoberfläche besiedeln. Ein Ungleichgewicht dieser Flora trägt maßgeblich zu Hauterkrankungen bei. Die Zukunft der Hautpflege liegt in probiotischen und präbiotischen Ansätzen, die dieses natürliche Gleichgewicht wiederherstellen.
Bis diese hochmodernen Therapien für jeden zugänglich sind, bleibt die konsequente Basispflege das wichtigste Werkzeug. Vermeiden Sie zu heißes Wasser, tragen Sie atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle oder Seide, und sorgen Sie für ein kühles Schlafklima. Kühlen Sie juckende Stellen mit feuchten Umschlägen oder speziellen Kühlpads, anstatt zu kratzen. Wenn Sie den Drang absolut nicht unterdrücken können, versuchen Sie, die Haut nur leicht zu kneifen oder zu beklopfen, um die Nerven abzulenken, ohne die Oberfläche zu zerstören. Mit der richtigen Kombination aus ärztlicher Diagnose, konsequenter Pflege und einer großen Portion Geduld lässt sich nahezu jeder juckende Hautausschlag erfolgreich in den Griff bekommen.
Häufig gestellte Fragen
Kann ein juckender Hautausschlag von alleine verschwinden?
Das hängt stark von der Ursache ab. Leichte allergische Reaktionen auf Pflanzen oder Insektenstiche sowie eine harmlose, akute Nesselsucht können oft innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen spontan abklingen, sobald der Auslöser gemieden wird. Ein chronischer juckender Hautausschlag, der durch Erkrankungen wie atopische Dermatitis, Pilze oder Krätze verursacht wird, heilt jedoch in der Regel nicht von selbst und erfordert eine gezielte medizinische Behandlung und konsequente Pflege.
Warum juckt der Ausschlag nachts besonders stark?
Nächtlicher Juckreiz ist ein sehr verbreitetes Phänomen. Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen sinkt nachts der körpereigene Cortisolspiegel. Cortisol wirkt entzündungshemmend; fehlt es, können Entzündungen und Juckreiz aufflammen. Zum anderen weiten sich durch die Wärme unter der Bettdecke die Blutgefäße in der Haut, was die Freisetzung von juckreizauslösenden Botenstoffen wie Histamin fördert. Zudem fehlen in der Nacht die Ablenkungen des Alltags, sodass wir uns mental viel stärker auf das Kribbeln konzentrieren.
Ist ein juckender Hautausschlag ansteckend?
Ein juckender Hautausschlag an sich ist nur ein Symptom und nicht pauschal ansteckend. Allergien, atopische Dermatitis oder Nesselsucht sind absolut nicht übertragbar. Handelt es sich bei der Ursache jedoch um eine parasitäre Infektion (wie Krätze) oder eine Pilzinfektion, ist höchste Vorsicht geboten. Diese Erreger können durch direkten Hautkontakt oder gemeinsam genutzte Textilien sehr wohl auf andere Menschen übertragen werden.
Wie kann ich den Juckreiz sofort lindern, ohne zu kratzen?
Kälte ist einer der besten Soforthelfer. Legen Sie ein in ein sauberes Tuch gewickeltes Kühlpad oder einen kühlen, feuchten Umschlag auf die betroffene Stelle. Die Kälte verengt die Blutgefäße und verlangsamt die Weiterleitung der Juckreiz-Signale an das Gehirn. Auch Cremes mit beruhigenden, feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen können Linderung verschaffen. Wenn der Drang zu kratzen übermächtig wird, versuchen Sie, die Hautpartie nur leicht zu beklopfen oder zu streicheln, um die Hautbarriere nicht zu verletzen.
Wann sollte ich mit einem juckenden Hautausschlag unbedingt zum Arzt gehen?
Ein Arztbesuch ist unerlässlich, wenn der juckende Hautausschlag länger als zwei Wochen anhält, sich schnell über den ganzen Körper ausbreitet oder den Schlaf extrem stört. Warnsignale, die sofortige medizinische Hilfe erfordern, sind begleitende Symptome wie hohes Fieber, Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder Halsbereich, extreme Abgeschlagenheit oder wenn die aufgekratzten Stellen anfangen zu nässen, Eiter bilden oder sich heiß anfühlen (Verdacht auf bakterielle Infektion).





