Glänzen Sie schon eine Stunde nach dem Auftragen Ihres Make-ups wieder? Rutscht Ihnen die Foundation regelrecht vom Gesicht und Ihre vergrößerten Poren erinnern eher an Krater auf dem Mond als an ein feines Hautbild? Fettige Haut ist eines der häufigsten, aber paradoxerweise auch eines der am meisten missverstandenen Herausforderungen in der Hautpflege. Viele rücken ihr mit drastischen, aggressiven Methoden zu Leibe, die am Ende alles nur noch schlimmer machen. Die gute Nachricht: Dieser Hauttyp hat einen oft übersehenen Vorteil – er altert deutlich langsamer. Wenn Sie lernen, die übermäßige Talgproduktion durch eine ausgleichende, sanfte und wissenschaftlich fundierte Routine zu bändigen, belohnt Sie das mit einem Hautbild, um das Sie andere in Ihren Vierzigern oder Fünfzigern aufrichtig beneiden werden. Vergessen Sie aggressives Austrocknen und hartes Schrubben. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen eine Strategie, die wirklich funktioniert. Erfahren Sie, wie Sie Ihre fettige Haut mit modernen Erkenntnissen aus Dermatologie und Nanotechnologie optimal unterstützen.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine zerstörte Hautbarriere rächt sich: Aggressives Entfetten und alkoholhaltige Kosmetik kurbeln die Talgproduktion erst recht an. Die Haut wehrt sich so gegen das Austrocknen. Beruhigen Sie sie, anstatt ihren natürlichen Schutzfilm zu zerstören.
- Reinigung ohne Spannungsgefühl: Greifen Sie zu milden Waschgelen und Schäumen, die die Poren effektiv klären, aber den natürlichen pH-Wert der Haut respektieren. Wenn Ihr Gesicht nach dem Waschen spannt, benutzen Sie definitiv das falsche Produkt.
- Feuchtigkeit ist ein Muss: Auch sehr fettige Haut kann dehydriert sein. Eine leichte Feuchtigkeitspflege ist essenziell, damit die Haut nicht aus „Panik“ vor Feuchtigkeitsverlust noch mehr Talg produziert.
- Intelligente Wirkstoffe: Für anspruchsvolle Haut, die zu Unreinheiten und gleichzeitig zu ersten Fältchen neigt, sind Cremes mit Postbiotika und Bakuchiol ideal. Sie hemmen Entzündungen, verstopfen die Poren nicht und verjüngen das Hautbild sanft.
- Gezielte lokale Pflege: Lassen Sie die Finger von aktiven Pickeln! Nutzen Sie stattdessen Nanofaser-Pflaster, die das Problem im Keim ersticken, ohne das umliegende gesunde Gewebe zu reizen.
Die Ursachen: Warum verhält sich Ihre Haut wie eine Ölfabrik?
Oft fragt man sich beim Blick in den Spiegel: Warum ausgerechnet ich? Warum muss mein Gesicht ständig glänzen? Die Antwort auf die Frage, welche Ursachen fettige Haut hat, liegt in Ihrer DNA, Ihrem Hormonhaushalt und Ihrem Lebensstil. Jede Haut produziert von Natur aus Talg, fachsprachlich Sebum genannt. Dieser ist unverzichtbar, um die Haut vor äußeren Einflüssen zu schützen, sie geschmeidig zu halten und die Hautbarriere intakt zu halten. Bei Menschen mit sehr fettiger Haut arbeiten die Talgdrüsen jedoch auf Hochtouren. Hauptverantwortlich dafür ist das Hormon Dihydrotestosteron (DHT), ein starkes Testosteron-Derivat. Es bindet sich an spezifische Rezeptoren in den Talgdrüsen und gibt ihnen den Dauerbefehl, die Produktion hochzufahren.
Ist Ihr DHT-Spiegel genetisch bedingt höher oder durchlebt Ihr Körper deutliche hormonelle Schwankungen – typisch für Pubertät, Schwangerschaft, chronische Stressphasen oder das Absetzen hormoneller Verhütungsmittel –, reagiert die Haut sofort mit Glanz und gesteigerter Sebumproduktion. Wichtig ist jedoch: Der Talg an sich ist nicht Ihr Feind. Im Gegenteil, er ist ein hervorragender natürlicher Feuchtigkeitsspender, reich an Vitamin E und anderen Antioxidantien, die die Zellen vor vorzeitiger Alterung bewahren. Zum Problem wird er erst, wenn sich der überschüssige Talg auf der Hautoberfläche mit abgestorbenen Schüppchen, Make-up-Resten, Feinstaub und Bakterien vermischt. Genau dann verstopfen die Poren, es bilden sich Komedonen (Mitesser) und in der Folge entzündliche Akne.
Neben Genetik und Hormonen spielen auch Lebensstil und Ernährung eine große Rolle. Lebensmittel mit hohem glykämischen Index – Süßigkeiten, Weißbrot, Fast Food oder stark gesüßte Limonaden – verursachen rasante Insulinschwankungen im Blut. Ein erhöhter Insulinspiegel stimuliert wiederum die Produktion von Androgenen, die die Talgdrüsen befeuern. Auch ein übermäßiger Konsum von Milchprodukten kann sich negativ auswirken. Wenn Sie sich fragen, was Sie gegen sehr fettige Haut im Gesicht tun können, sollte der erste Schritt ein ehrlicher Blick auf Ihren Speiseplan sein. Ebenso wichtig ist es, chronischen Stress zu reduzieren, denn das Stresshormon Cortisol verschlechtert das Hautbild zusätzlich.
Eine weitere, leider sehr häufige Ursache ist paradoxerweise falsch gewählte Kosmetik und eine fehlerhafte Pflegeroutine. Viele greifen in dem verzweifelten Versuch, den Glanz loszuwerden, zu viel zu aggressiven Entfettungsmitteln. Damit provozieren sie jedoch genau den Abwehrmechanismus der Haut. Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, welche Bedürfnisse Ihr Gesicht wirklich hat und ob Ihre Probleme nicht vielleicht eher aus einer tiefen Dehydrierung resultieren, empfehlen wir Ihnen unseren ausführlichen Artikel darüber, wie Sie Ihren Hauttyp richtig bestimmen. Diese grundlegende Diagnose ist die Basis für jeden weiteren Pflegeschritt.
Die Basis des Erfolgs: Eine sanfte Gesichtsreinigung (kein Schrubben!)
Viele Menschen mit problematischer, fettiger Haut machen einen folgenschweren Fehler: Sie versuchen, ihr Gesicht mit aggressiven Waschgelen regelrecht „sauber zu schrubben“. Diese enthalten oft hohe Konzentrationen an Alkohol, starken Sulfaten (wie SLS oder SLES) und anderen reizenden Tensiden. Das Ergebnis? Die Haut ist direkt nach dem Waschen zwar matt und fühlt sich fast unangenehm stumpf an, aber die feine Schutzbarriere ist zerstört. Das Gehirn erhält sofort das Warnsignal: Die Haut ist in Gefahr und droht auszutrocknen. Die Talgdrüsen schalten in den Notfallmodus und produzieren noch mehr Öl, um den Verlust auszugleichen. In der Dermatologie nennt man dieses Phänomen reaktive Seborrhoe. Genau deshalb glänzen Sie schon eine Stunde nach der Reinigung mit einem aggressiven Produkt wieder.
Gehen Sie bei der Reinigung klüger und mit Respekt vor der Biologie Ihrer Haut vor. Sie müssen verstopfte Poren klären sowie Smog, Staub, Schweiß und Reste hartnäckiger Sonnencremes entfernen – aber dabei das Mikrobiom erhalten und den Säureschutzmantel (mit einem pH-Wert von etwa 5,5) intakt lassen. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie das am besten anstellen, liefert Ihnen unsere detaillierte Anleitung zum Thema Gesichtsreinigung eine genaue Schritt-für-Schritt-Erklärung. Grundlegend wichtig: Verwenden Sie immer nur lauwarmes Wasser – niemals heißes, da dieses die Gefäße erweitert und die Haut zusätzlich stresst. Waschen Sie Ihr Gesicht zweimal täglich: morgens, um den über Nacht produzierten Talg und Schweiß sanft zu entfernen, und abends für ein gründliches Abschminken und die Befreiung von den Umweltbelastungen des Tages.

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Hydratation: Das oft fehlende Puzzleteil in der Pflege
Einer der am weitesten verbreiteten und leider auch schädlichsten Mythen in der Kosmetikwelt ist die feste Überzeugung: „Ich habe eine fettige Haut, also brauche ich definitiv keine Feuchtigkeitscreme.“ Das Gegenteil ist der Fall. Fettige Haut kann dehydriert sein – und ist es meistens auch. Wichtig ist, den Unterschied zwischen trockener und dehydrierter Haut zu verstehen: Trockener Haut mangelt es an Lipiden, also an Fetten. Dehydrierter Haut fehlt dagegen Wasser. Sie können einen deutlichen Ölfilm auf dem Gesicht haben, während es den Zellen im Inneren massiv an Feuchtigkeit mangelt. Dehydrierte, fettige Haut sieht oft müde und fahl aus, die Poren wirken markanter und feine Linien sowie erste Fältchen erscheinen tiefer, als sie eigentlich sind.
Verweigern Sie Ihrer Haut das benötigte Wasser, reagiert der Körper mit einer gesteigerten Talgproduktion. Er versucht, mit dem eigenen Öl eine abdichtende (okklusive) Schicht zu bilden, um das Verdunsten der restlichen Feuchtigkeit – den sogenannten transepidermalen Wasserverlust – zu verhindern. Ein klassischer Teufelskreis. Sie suchen also eine Creme für fettige Haut, die leicht und nicht-komedogen ist (also die Poren nicht verstopft), aber zugleich reich an Wirkstoffen gegen Unreinheiten und vorzeitige Hautalterung? Der Heilige Gral in dieser Kategorie ist The Uncompromised Cream.
Warum ist diese Creme für fettige Haut so besonders und sollte in keinem Badezimmerschrank fehlen? Sie enthält einen modernen Postbiotika-Komplex namens DEFENSIL® PURE. Dieser beruhigt akute Entzündungen spürbar und reduziert Rötungen – bei fettiger Haut mit Akneneigung ein allgegenwärtiges Thema. Außerdem punktet die Creme mit Bakuchiol, einer sanften, rein pflanzlichen Alternative zu Retinol. Bakuchiol reguliert die Talgproduktion effektiv, beschleunigt die Zellerneuerung und verfeinert das Hautbild, verursacht aber – anders als klassisches Retinol – keine Reizungen, Rötungen oder ein Abschälen der Haut. Nicht zuletzt hat die Pflege eine federleichte Textur, die in Sekundenschnelle einzieht, keinen klebrigen oder öligen Film hinterlässt und dennoch auch die tieferen Hautschichten intensiv mit Feuchtigkeit versorgt.
Fettige Haut mit Akne: Wie Sie den Teufelskreis durchbrechen
Die Kombination aus übermäßiger Talgproduktion und einer Neigung zu schmerzhaften Entzündungen ist für viele Betroffene ein täglicher Albtraum. Fettige Haut mit Akne erfordert einen sehr behutsamen, aber wirksamen Ansatz. Wie bereits erwähnt, entsteht Akne in dem Moment, in dem eine Pore durch eine zähe Mischung aus Talg und abgestorbenen, verhornten Zellen blockiert wird. In diesem abgeschlossenen, sauerstoffarmen Milieu vermehrt sich das Bakterium Cutibacterium acnes rasant. Der Körper reagiert auf die Bakterien mit einer starken Immunantwort, die sich nach außen als gerötete, schmerzhafte, pochende Entzündung zeigt – der klassische Pickel ist geboren. Genau deshalb braucht fettige Haut eine Pflege, die Entzündungen beruhigt, statt sie weiter anzuheizen.
Ein absolutes Muss im erfolgreichen Kampf gegen diesen Zustand sind Beta-Hydroxysäuren (BHA), allen voran die Salicylsäure. Anders als Fruchtsäuren (AHA), die wasserlöslich sind und nur an der Oberfläche wirken, ist Salicylsäure lipophil, also fettlöslich. Das heißt, sie dringt durch den zähen Talg hindurch tief in die Pore ein. Dort löst sie den angesammelten Schmutz, lockert Verhornungen und wirkt zudem stark entzündungshemmend. Wenn Sie sich für den tieferen, biochemischen Mechanismus interessieren, lesen Sie unbedingt unseren detaillierten Artikel darüber, warum Salicylsäure so wichtig für die Pflege von Problemhaut ist. Die regelmäßige Anwendung von Produkten mit diesem Inhaltsstoff kann das Auftreten neuer Komedonen drastisch reduzieren und die Poren langfristig sauber und unauffällig halten.
Bei all der äußeren Pflege sollten wir die innere Unterstützung des Körpers nicht vergessen. Manchmal reicht die rein äußerliche Pflege für fettige Haut nicht aus – besonders dann, wenn das Problem in einem Nährstoffmangel wurzelt. In einem solchen Fall lohnt es sich zu prüfen, welche Vitamine gegen Akne Ihrem Körper von innen helfen. Mikronährstoffe wie Zink, Vitamin A oder entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren dämpfen die Entzündungsprozesse im Körper und klären das Hautbild nachhaltig.

SOS-Lösungen: Wenn plötzlich ein Pickel auftaucht
Selbst bei der besten und konsequentesten Pflegeroutine passiert es ab und zu jedem von uns. Eine anstrengende Phase bei der Arbeit, Schlafmangel, die bevorstehende Menstruation, emotionaler Stress oder ein paar Stück Schokolade zu viel am Wochenende ... und am nächsten Morgen wachen Sie mit einem schmerzhaften, roten Vulkan mitten auf dem Kinn oder der Stirn auf. Der erste Instinkt: diesen Pickel sofort ausdrücken. Halt! Tun Sie das auf keinen Fall. Durch den Druck Ihrer Fingernägel pressen Sie die Infektion und den Eiter nur noch tiefer ins umliegende Gewebe. Sie verteilen die Bakterien über das Gesicht und riskieren eine bleibende Narbe oder dunkle Pigmentflecken (postinflammatorische Hyperpigmentierung), die oft Monate brauchen, um wieder zu verblassen.
Wissenschaft und Nanotechnologie bieten heute zum Glück eine elegantere, hygienischere und wirksamere Lösung: Anti-Pickel-Pflaster. Die Anwendung ist denkbar einfach: Sie kleben das winzige Pflaster abends nach der Reinigung auf die trockene Haut direkt über den aktiven Pickel. Die Nanofaserschicht, wie sie etwa bei den [n]Acne MAX Pflastern zum Einsatz kommt, gibt über Nacht kontinuierlich eine hohe Konzentration an Wirkstoffen ab. Dazu gehören die erwähnte Salicylsäure und ein beruhigender Extrakt aus dem Weidenröschen, die direkt im Zentrum der Entzündung wirken. Gleichzeitig schützt das Pflaster vor Bakterien vom Kopfkissen und hält Sie vom Kratzen und Drücken ab. Die Entzündung beruhigt sich, die Wirkstoffe ziehen das Problem an die Oberfläche, und am nächsten Morgen ist der Pickel oft nur noch halb so groß, ausgetrocknet und deutlich weniger rot. Wer sich fragt, ob man Akne an einem Tag loswerden kann, findet in dieser Technologie die bestmögliche Antwort für akute Notfälle.
Masken und Tiefenreinigung: Ziehen Sie die Unreinheiten heraus
Regelmäßige, sanfte Exfoliation (Peeling) und eine gründliche Tiefenreinigung sollten ein fester Bestandteil Ihrer wöchentlichen Routine sein. Gerade fettige Haut profitiert davon enorm: Gönnen Sie Ihrem Gesicht ein- bis zweimal pro Woche eine intensive Pflege, die hartnäckige Ablagerungen abgestorbener Zellen entfernt und verstopfte Poren befreit. Auch hier gilt die dermatologische Grundregel: behutsam und mit Fingerspitzengefühl vorgehen. Statt auf aggressive mechanische Peelings mit groben Körnchen (etwa aus gemahlenen Aprikosenkernen oder Walnussschalen) zu setzen, die Mikrorisse verursachen, Entzündungen verteilen und die Barriere zerkratzen können, sollten Sie lieber sanfte Masken wählen.
Wenn Sie fettige Haut pflegen möchten, sind beruhigende und klärende Masken eine echte Bereicherung. Die Nanofaser-Struktur moderner Tuchmasken schmiegt sich wie eine zweite Haut an die Gesichtskonturen an und lässt die Wirkstoffe tief einziehen. Eine gute Maske hilft, die Sebumproduktion zu regulieren, verfeinert optisch erweiterte Poren, spendet intensiv Feuchtigkeit und gleicht den Hautton aus. Nach der Anwendung wirkt das Gesicht strahlend, beruhigt und angenehm mattiert – ganz ohne das Spannungsgefühl, das klassische, austrocknende Tonerdemasken oft hinterlassen.
Komplexe Pflege für fettige und zu Akne neigende Haut
Hausmittel vs. Wissenschaft: Was hilft wirklich?
Das Internet ist voll von gut gemeinten, aber oft geradezu schädlichen Ratschlägen, wenn es um Hausmittel gegen fettige Haut geht. Häufig liest man, man solle das Gesicht mit purem Zitronensaft abreiben oder Backpulver als Peeling verwenden. Als Experten für Hautgesundheit warnen wir ausdrücklich davor. Zitronensaft ist extrem sauer, stark reizend und phototoxisch – in Kombination mit Sonnenlicht kann er Verbrennungen und dauerhafte Pigmentflecken verursachen. Backpulver wiederum ist stark alkalisch. Es zerstört den leicht sauren Schutzmantel der Haut und öffnet Bakterien Tür und Tor. Solche Hausmittel trocknen die Haut zwar kurzfristig aus, führen langfristig aber zu einer gestörten Barriere und einer noch stärkeren Talgproduktion.
Anstatt auf riskante Experimente aus der Küche zu vertrauen, sollten Sie sich auf dermatologisch geprüfte Wirkstoffe verlassen. Die moderne Wissenschaft bietet Inhaltsstoffe, die die Talgproduktion sanft regulieren, ohne die Zellen zu schädigen. Niacinamid (Vitamin B3) beispielsweise ist ein hervorragender Wirkstoff, der die Poren optisch verkleinert und die Talgproduktion ausgleicht. Auch Zink PCA wirkt antibakteriell und kontrolliert den Glanz. Wenn Sie eine nachhaltige Pflege für fettige Haut aufbauen möchten, führt kein Weg an wissenschaftlich fundierter Kosmetik vorbei. Der Versuch, komplexe dermatologische Probleme mit Backpulver zu lösen, endet meist mit Rötungen, Brennen und einem Besuch beim Hautarzt.
Die ideale Morgen- und Abendroutine
Um fettige Haut langfristig ins Gleichgewicht zu bringen, brauchen Sie Struktur und eine konsequente Routine. Am Morgen liegt der Fokus darauf, den über Nacht produzierten Talg sanft zu entfernen und das Gesicht vor den Umwelteinflüssen des Tages zu schützen. Beginnen Sie mit einem milden Reinigungsgel. Verwenden Sie anschließend ein leichtes, feuchtigkeitsspendendes Gesichtswasser oder Serum, das die Haut durchfeuchtet, ohne sie zu beschweren. Den Abschluss der Morgenroutine bildet zwingend ein leichter Sonnenschutz (SPF). Auch wenn Sie befürchten, dass Sonnencreme Ihr Gesicht noch mehr glänzen lässt: Es gibt heute hervorragende, mattierende und nicht-komedogene SPF-Fluids für fettige Haut. UV-Strahlung verdickt die oberste Hornschicht, was langfristig zu noch mehr verstopften Poren führt – Sonnenschutz ist also auch aktive Akne-Prävention.
Am Abend steht die gründliche Reinigung im Mittelpunkt. Hier empfiehlt sich das sogenannte Double Cleansing (Doppelreinigung). Im ersten Schritt entfernen Sie Make-up, SPF und groben Schmutz. Im zweiten Schritt reinigen Sie die Poren tiefenwirksam, idealerweise mit einem Produkt, das milde Säuren oder Postbiotika enthält. Nach der Reinigung ist der ideale Zeitpunkt für aktive Wirkstoffe. Tragen Sie nun Ihre Creme für fettige Haut auf, die reparierende Inhaltsstoffe wie Bakuchiol oder beruhigende Pflanzenextrakte enthält. Wenn Sie akute Unreinheiten haben, applizieren Sie punktuell ein Anti-Pickel-Pflaster. Das Wichtigste bei beiden Routinen ist die Konsequenz. Erwarten Sie keine Wunder über Nacht. Die Haut benötigt etwa 28 Tage für einen kompletten Zellerneuerungszyklus. Geben Sie Ihren neuen Produkten mindestens einen Monat Zeit, um ihre volle Wirkung zu entfalten.
Fettige Haut bei Männern: Die Besonderheiten männlicher Haut
Übermäßiger Glanz und Akne betreffen längst nicht nur Frauen. Im Gegenteil: Fettige Haut plagt auch Männer häufig, und zwar aus einem einfachen biologischen Grund – Testosteron. Die männliche Haut ist wegen des höheren Androgenspiegels im Schnitt etwa zwanzig Prozent dicker als die weibliche und besitzt deutlich mehr aktive Talgdrüsen. Diese produzieren mehr Sebum, weshalb Männer von Natur aus eine gröbere Textur, sichtbar größere Poren und eine höhere Neigung zu hartnäckigen Komedonen sowie tiefen, entzündlichen Akneknoten aufweisen.
Ein weiterer, für Männer typischer Faktor ist die regelmäßige Rasur. Die Nassrasur wirkt wie eine intensive Form des mechanischen Peelings. Sie entfernt die oberste Schicht abgestorbener Hautzellen – das kann positiv sein, führt bei falscher Technik, fehlender Vorbereitung oder stumpfer Klinge aber schnell zu Mikrotraumata, Reizungen und einer gestörten Hautbarriere. Verwendet „Mann“ danach noch ein klassisches Aftershave mit hohem Alkoholgehalt, versetzt er seiner Haut einen regelrechten Schock. Gerade fettige Haut trocknet so aus und produziert als Abwehrreflex noch viel mehr Talg. So entsteht der ideale Nährboden für eingewachsene Haare und schmerzhafte, eitrige Pusteln.
Die Pflege des männlichen Gesichts sollte unkompliziert, aber wirksam sein. Die Basis bildet die tägliche Reinigung mit einem milden Gel, das die Poren sauber hält und eingewachsenen Barthaaren vorbeugt. Darauf folgt eine leichte Feuchtigkeitscreme, die die gereizte Partie nach der Rasur beruhigt und Feuchtigkeit spendet, ohne ein fettiges oder klebriges Gefühl zu hinterlassen. Vergessen Sie aggressive Kernseifen und stark alkoholhaltige Gesichtswässer. Die Investition in gute Dermokosmetik zahlt sich für die männliche Haut schnell aus – in Form eines gesunden, matten und gepflegten Aussehens.

Fazit: Die Pflege ist ein Marathon, kein Sprint
Die richtige Pflege für fettige Haut erfordert viel Geduld und Beständigkeit. Das Ziel darf nie sein, das Gesicht völlig auszutrocknen und ihm seinen natürlichen Talg komplett zu entziehen. Wichtiger ist, die Haut langfristig in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen, sie zu beruhigen und ihr zu signalisieren, dass sie sich nicht länger mit übermäßiger Talgproduktion wehren muss.
Haben Sie keine Angst vor hochwertigen Ölen. Das klingt zunächst überraschend, aber manche Öle – etwa das pflanzliche Squalan in der AtopCare-Serie – sind dem menschlichen Sebum strukturell sehr ähnlich. Sie tricksen die Haut gewissermaßen aus: Sie führen ihr die benötigten Lipide von außen zu, woraufhin das Gehirn das Signal gibt, die eigene Talgproduktion zu drosseln.
Verwöhnen Sie Ihre Schutzbarriere. Eine intakte, gesunde Hautbarriere bedeutet weniger Entzündungen, eine bessere Abwehr gegen schädliche Bakterien und damit auch weniger Akne. Meiden Sie deshalb alles, was Ihr Gesicht reizt, brennt, spannt oder rötet.
Hyaluronsäure und Glycerin sind Ihre besten Freunde. Diese Stoffe sind nicht-komedogen, verstopfen die Poren also nicht. Zugleich binden sie große Mengen Wasser und transportieren die Feuchtigkeit genau dorthin, wo sie den Zellen fehlt. So sorgen sie für eine pralle Hydratation – ganz ohne einen Tropfen unnötiges Fett.
Wenn Sie diese Prinzipien konsequent befolgen, gewinnen Sie nicht nur die Kontrolle über den unerwünschten Glanz zurück. Sie erhalten vor allem eine gesunde, widerstandsfähige und langsam alternde Haut, die Ihnen noch viele Jahre Freude bereiten wird.
Kann sich fettige Haut in trockene verwandeln?
Der grundlegende Hauttyp ist größtenteils genetisch festgelegt, doch mit zunehmendem Alter nimmt die Talgproduktion ab. Nach der Menopause, wenn die Hormone stark abfallen, kann selbst eine ehemals sehr fettige Haut deutlich trockener, dünner und empfindlicher werden. Auch starke verschreibungspflichtige Medikamente wie Isotretinoin zur Behandlung schwerer Akne können die Talgproduktion stark und manchmal sogar dauerhaft reduzieren. Großen Einfluss hat zudem die Jahreszeit: Im Winter trocknet das Gesicht durch kalten Wind, Frost und trockene Heizungsluft stärker aus.
Stimmt es, dass fettige Haut langsamer altert?
Ja, das ist tatsächlich einer ihrer größten Vorteile! Der menschliche Hauttalg ist von Natur aus reich an Antioxidantien, vor allem an Vitamin E, das das Gewebe vor Schäden durch freie Radikale und UV-Strahlung schützt. Außerdem hält die dickere Lipidschicht die Feuchtigkeit besser in den Zellen. Dadurch bilden sich feine Linien und tiefe Falten später und fallen weniger markant aus als bei Menschen, die ihr Leben lang unter trockener Haut leiden.
Warum glänzt mein Gesicht, obwohl ich eine mattierende Creme verwende?
Sehr wahrscheinlich trocknen Sie Ihr Gesicht in bester Absicht zu stark aus. Gängige mattierende Drogerieprodukte enthalten leider oft viel austrocknenden Alkohol und porenverschließende Silikone. Die Haut reagiert auf diesen Eingriff und produziert noch mehr Talg, um die Trockenheit auszugleichen und sich zu schützen. Setzen Sie diese aggressiven mattierenden Produkte ab und steigen Sie auf eine leichte Feuchtigkeitspflege mit Postbiotika um. Sie werden feststellen, dass der Glanz nach einigen Wochen paradoxerweise deutlich nachlässt.
Darf ich bei meinem Hauttyp überhaupt Gesichtsöle verwenden?
Ja, aber Sie müssen die richtigen, nicht-komedogenen Varianten wählen. Machen Sie einen Bogen um schwere, stark okklusive Öle wie Kokosöl, Weizenkeimöl oder Leinöl, die die Poren leicht verstopfen. Leichtes Squalan, Jojobaöl, Hagebuttenkernöl oder Hanföl eignen sich dagegen hervorragend. Durch ihre Zusammensetzung ähneln sie dem menschlichen Talg und tricksen die Talgdrüsen aus, sodass diese von selbst weniger Öl produzieren.
Wie entferne ich den Glanz unterwegs, ohne mein Make-up zu ruinieren?
Wenn Sie im Laufe des Tages zu glänzen beginnen, sollten Sie keine weiteren Schichten Puder auftragen. Damit bauen Sie nur eine maskenhafte Schicht auf und verstopfen die Poren. Die beste Lösung für unterwegs sind mattierende Papierblättchen (Blotting Papers). Drücken Sie das feine Papier sanft auf die glänzenden Stellen (meist die T-Zone: Stirn, Nase, Kinn) und lassen Sie es den überschüssigen Talg aufsaugen. Das Papier nimmt das Öl auf, ohne Ihr Make-up zu verwischen. Anschließend können Sie das Gesicht mit einem feuchtigkeitsspendenden Spray erfrischen.
Quellen
Endly, D. C. & Miller, R. A. (2017) 'Oily Skin: A review of Treatment Options', Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology, 10(8), pp. 49–55.
Sakuma, T. H. & Maibach, H. I. (2012) 'Oily skin: an overview', Skin Pharmacology and Physiology, 25(5).
Picardo, M. et al. (2009) 'Sebaceous gland lipids', Dermato-Endocrinology, 1(2), pp. 68–71.
Dréno, B. (2017) 'What is new in the pathophysiology of acne, an overview', Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, 31(S5), pp. 8–12.




